Koschinskis Kuvert Kunst

Zwei unruhige Geister, zwei neugierige Grenzgänger
…ein Künstler, geb. 1916, ein Grafiker und Maler, Georg
Koschinski, sein Atelier in der Esslinger Neckarstr. 53,
…ein Professor, geb. 1942, ein Literaturwissenschaftler und
Kulturinitiator, Harald Vogel, seine Bibliothek in der Esslinger
Neckarstr. 83,
…der eine beobachtet und gestaltet Lebensbilder,
…der andere beobachtet und legt gestaltete Lebensbilder aus,
…beide sind (hinter)fragende wachsame Zeitgenossen, spüren
Wirklichkeiten nach und auf, gehen Widersprüchen nicht aus dem Weg, sind Kulturdetektive des Lebens, begegnen sich als Kulturengagierte beim Esslinger Kulturtreff 1983-85 und schließen eine Freundschaft, die sich bis zum Tod des Künstlers 2013 vertieft. Die Bilder und grafischen Entwürfe des Künstlers werden mit dem Literatur- und Kulturkundigen im Künstleratelier besprochen, neue Initiativen, die der ‘Kulturvogel‘ mit dem Esslinger Kulturamt, der vhs Esslingen, der Stadtbücherei, dem Kabarett der Galgenstricke und als Initiator der Lyrik-Bühne entwickelt, werden in der Vogelbibliothek ausgetauscht. Ohne Szenekenntnisse geht so etwas nicht, dazu gehört auch die Lokalzeitung. Der eine hat die lokalorientierte, der andere die
überregionale, und weil Ko’s Handschrift den Titelschriftzug der regionalen Esslinger Zeitung ziert, wandern deren tägliche Lokalteile von der Neckarstr. 53 in den Briefkasten Nr. 83 als gemalte Panoramen mit faszinierenden Portraits, Karikaturen, Bildcollagen auf gebrauchten DINA4 Kuverts, die der Hochschullehrer
dem Künstler zur Verfügung stellt. Die ‘Geburtsstunde’ von KoschinskisKuvertKunst ist gekommen. An die 300 Kuverts zählt diese nachbarliche Haus-zu-Haus-Korrespondenz. Eine Auswahl zeigt die Ausstellung bei den Galgenstricken und dokumentiert der Katalog. Wir danken den Förderern dieses Projekts.

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