Carlos Martinez FATA MORGANA

Ein moderner Mensch hat sich in der Wüste verirrt. Seine Feldflasche ist fast leer. Der Akku seines Handys ebenso, und ein Netz gibt es sowieso nicht. Als sein Durst und seine Verlassenheit in der Einöde immer schlimmer werden und ihn ins Delirium treiben, fängt er an, flüchtige Bilder von Wasser zu sehen: eine Luftspiegelung folgt der anderen. Das Wasser, bisher so selbstverständlich, erscheint ihm in der Wüste als das Wunder, einfach den Wasserhahn aufzudrehen, als das Rauschen der Wellen am Strand, als ein Brunnen, eine öffentliche Toilette … Wasser, überall Wasser, aber kein Tropfen zu trinken. Wie soll er überleben?

Ohne Requisiten, ohne Kostümwechsel und ohne Stimme, ganz allein auf einer leeren Bühne mit seinem weiß geschminkten Gesicht, muss sich auch der Pantomime seiner eigenen Wüste stellen. Wenn Bewegungen ausreichen, um in der Vorstellung des Publikums Geschichten wachzurufen, dann wirkt die Pantomime wie eine Luftspiegelung. Aus Gesten entsteht Leben – Leben, hervorgebracht durch die unverfälschte Körperlichkeit von spannungsgeladenen (und komischen) Begebenheiten.

In FATA MORGANA gibt uns Carlos Martínez wieder einmal die Chance, die Reflexion unseres Menschseins zu entdecken!

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